Sonntag, 12. Mai 2013

Sau durchs Dorf




Hallo Frau Waldvogel,

als Jugendlicher hatte ich irgendwann einen fiesen Trick für winterliche Schnellball-schlachten entdeckt: Man wirft dazu einen Schnellball so nach oben, dass das Opfer nur so ungefähr davon getroffen wird, es aber den Abwurf genau beobachtet und sich folglich nur noch auf diesen Schneeball von oben konzentriert. In dieser Zeit ist diese Person dermaßen sicher abgelenkt, dass man mit einem zweiten Schneeball mit relativ viel Zeit genau zielen und auf dem direkten Weg treffen kann. Das hat, zu mindestens immer ein paarmal, hundertprozentig funktioniert.

In der Politik und den Medien wird derzeitig sehr häufig die gleiche Methode angewandt. Mit einem großen Hype wird irgendeine Sau durchs Dorf getrieben und von wichtigen und wesentlichen Themen abgelenkt. Ich hab deshalb diese Vorgehensweise auf Twitter auch schon öfter die Sau-durchs-Dorf-Technik getauft.

Eine solche Sau war zum Beispiel auch die Strompreisdiskussion im Zusammenhang mit der EEG-Umlage, die von den betreffenden Personen vor Kurzem ausführlich geführt wurde. Dazu vielleicht erst mal noch ein Bild, das am Beispiel „Elektro“ aufzeigt, warum sie auch relativ gut funktioniert hat:





Was bestimmt recht positiv ist, dass die Diskussion um die Erneuerbaren mittlerweile so breit geführt wird. Was mich dabei aber immer wieder stark verwundert, dass gerade die Menschen, die so stolz auf ihre Positionen an entscheidenden Stellen sind, sich dann dort mit einer Art Kassenwart-Mentalität auf rein monetäre Entscheidungsgrundlagen stützen und ihre Gestaltungsmöglichkeiten nicht nutzen. Wahrscheinlich fehlt da aufgrund der einseitig betriebswirtschaftlichen „Ausbildung“ ganz einfach der notwendige Background.

Auf die beiden folgenden Diagramme kann sich ja, in Zeiten der CO2-Rekorde, mal jeder selber seinen Reim machen:





Der gelbe Balken der Photovoltaik erscheint mir recht hoch (die Zahlen sind von Fraunhofer), wahrscheinlich ging man da von einer Lebensdauer der Module von zwanzig Jahren aus. Wenn die Modulfertigung mit erneuerbarem Strom erfolgt, dürfte der Balken sogar nahe Null landen.


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Aber die wichtigste Sau in dieser Thematik, die es aktuell zu schlachten gilt, ist die Ansicht, dass mit der kompletten Umstellung der Stromerzeugung die EINHUNDERTPROZENT bereits erreicht wären. Ganz klar sind das Heizen und die Mobilität noch riesige Baustellen. Aber wir haben ja gottseidank im Süden von Europa und Nordafrika jede Menge Jugendliche, die nichts zu tun haben.* Wo ist also das Problem?

Am Geld kann es nicht liegen, zur Bankenrettung hat man Hunderte von Milliarden lockergemacht, da wird doch ein Bruchteil davon für die Weltrettung übrig sein.

Eine negative Konsequenz hätte das Schweinefleisch aber: Wenn die Fossilen nicht mehr gebraucht werden, dann kann sich Familie Scheich&Co die teuren Waffen nicht mehr leisten und unsere heimische Rüstungsindustrie würde stark leiden.

Gruß Bernd Gnirß


*PS: Ich mein damit natürlich nicht, dass die Menschen im Süden bei uns tätig werden, sondern dass sie in ihren jeweiligen Heimatländern die Möglichkeiten zur Wertschöpfung nutzen, indem sie die Sonne und den Wind einfangen (siehe **** von "So ein Mist").

PPS: Zum Thema Power2Gas hab ich mittlerweile selbst bei einem Ingenieur Gegenargumente aufgrund des (anfänglich) geringen Wirkungsgrades bei der Umwandlung gelesen. Das ist die Sorte, die die 20% Wirkungsgrad der Photovoltaikmodule auch als zu wenig einschätzten (der Automotor funzt nach wie vor auch nur mit 20%). Die blicken einfach nicht, dass es (im Unterschied zu den Fossilen!!!) bei der Sonnenenergie völlig schnurz ist, wenn beim Umfüllen was daneben geschüttet wird.

Vielleicht hierzu noch ein Beispiel für diesen Herrn Ingenieur, das das Verständnis an der Stelle erleichtert: Auf einem Hausdauch mit Solaranlage werden 20% in Strom, die restlichen 80% in Wärme umgewandelt. Auf einem Dach ohne Anlage werden 100% in Wärme umgewandelt. Bingo?

Zu dem Thema Wirkungsgrad bei EE-Gas habe ich gerade noch ein Schaubild gefunden. Der Wirkungsgrad bei der Elektrolyse erscheint mir zu niedrig, ich hab da noch keine physikalische Grenze entdeckt. Bei der Methanisierung erscheint er mir zu hoch, gegebenenfalls hat man den Effekt aus der chemischen Reaktion (P6S in diesem Post) schon bei der Elektrolyse einge"preist". Und bei der Rückverstromung liegt er beim Einsatz von BHKWen statt GuD gesichert über 90% (Bild vom Deutschen Museum in München).


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PPPS: Vielleicht noch für Interessierte mal veranschaulicht was wir im Land an CO2 in die Luft blasen. Hier ein Energieflussbild für Deutschland von 2011:

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Die 13 521 Petajoule in Form von Kohle, Gas und Öl, die oben rein gehen, entsprechen wenn man es in große Eisenbahntankwaggons mit einem Fassungsvermögen von je 80 000 Liter Heizöl umrechnet:

10 900  Waggons am Tag,                  
 454  Waggons pro Stunde,       
8   Waggons pro Sekunde.


Im folgenden Diagramm ist der weltweite Verbrauch der Fossilen angegeben. Diese 16 TeraWattJahre entsprechen umgerechnet unvorstellbaren 504 576 Petajoule/Jahr und das Gleiche wieder in Waggons:


   406 779    Waggons am Tag                 
 16  949    Waggons pro Stunde,       
   282    Waggons pro Sekunde.

Diese 282 Waggons entsprechen einem Zug von 4,3km Länge, den wir also jede Sekunde auf der Welt abfackeln. Die weitergehende Aussage des Diagramms braucht man, so denke ich, gar nicht erklären.







P4S: In dem Energieflussdiagramm sind noch die Verluste besonders markiert, die beim Engeriesparen ja besonders relevant sind. Beim oberen Pfeil handelt es sich hauptsächlich um die Umwandlungsverluste in den Kraftwerken (Wirkungsgrade 30- 40%), die sich mit Blockheizkraftwerken relativ leicht gewinnen ließen. Der untere Pfeil dürfte aufwändiger zu verschmälern sein, darin stecken die Verluste beim Endverbraucher (Häuser, Autos, etc). Aber es ist schon verblüffend wenn man sich veranschaulicht, dass von der eingesetzten Primärenergie gerade mal ein Drittel als echte Nutzenergie "verbraucht" wird.


P5S: Weitere Posts zum Thema:

Spritpreise
Es reicht
Sprit wird immer billiger
Strompreise
Merksch was?
Grenzwerte

P6S: Schöne Animation von Greenpeace, was z.B. bei uns passiert (interaktiv, auf die Zahnrädchen klicken): Animation 

Montag, 29. April 2013

Es geht mal wieder um die Wurst





Hallo Daniela

nachdem der Blog mittlerweile so bekannt geworden ist, muss ich die Beteiligten besser anonymisieren, deswegen fang ich jetzt mal so an: Die Mutter einer Bekannten war in KA zum Einkaufen, ich weiß nicht mehr genau ob es die Zeit vom Weihnachtsmarkt oder ein anderer festlicher Anlass auf dem Marktplatz war (in Karlsruhe wird zu jeder Gelegenheit miiiindestens eine Würstlebude dazugestellt), auf jeden Fall überlegte sie kurz vorm Heimfahren noch, ob sie sich eine Wurst gönnt oder das Geld und die Kalorien lieber spart. Nach ihrer Erzählung siegte der Geiz.

Die Geschichte ist hier aber noch nicht zu Ende: Beim Einsteigen in die Straßenbahn wurde sie dann Opfer eines Taschendiebs, der ihr die Geldbörse aus der Handtasche geklaut hat. „Ich heb denn noch gsehe, der war heegschtens zehn Johr, ich heb noch grufe 'Hewwenen feschd' awwer do war der schunn ford.“ Ganz versöhnlich meinte sie abschließend noch: „Es war jo nimmeh viel drinn, heegschtens noch 10 Euro, am meischde hat michs gäärgered dass ich mer vorher die Wurschd verbisse hab.“


Wieder was ganz Anderes: Ein Delinquent beherrscht ja derzeit die Medien. Was mich dabei stört, dass sich so Viele berufen fühlen, da (jetzt schon) voll draufzutreten. Das erinnert mich an unsere unrühmliche Vergangenheit, als irgendwelche nutzlosen Schläger sich bevollmächtigt sahen, sogar auf sehr ehrenwerte jüdische Mitbürger ungeachtet ihrer Lebensleistung einzuschlagen. Als Beispiel wurden selbst angesehene, verdiente und für die Allgemeinheit tätige Ärzte damals von dem Mob nicht verschont.

Vielleicht tun wir zukünftig ganz gut daran, wenn wir das Aburteilen von Menschen nur noch denen überlassen, die eine ähnliche Lebensleistung wie die vermeintlichen Täter vorweisen können. Im Fall von Uli Hoeness, der mit seinen Projekten unzähligen Menschen mit ihren Familien ein gutes Auskommen beschert hat, bleiben da nicht viele übrig.

Einer fällt mir ein: Jürgen Trittin, nicht wegen seiner Abschaltung der Kernkraftwerke, die er sich zwar gerne ans Revers heftet, die ja aber die alten Männer wieder kassiert hatten. Die derzeitige Energiewende ist in meinen Augen der Verdienst von Merkel (und noch viel mehr der Begründer der Alternativen mit dem EEG, die Mannen um Hermann Scheer).

Sein großer Verdienst dürfte die Einführung des Pfands auf Dosen und Plastikflaschen sein. Damit hat er die Existenz von Menschen am untersten Rand der Gesellschaft gesichert, die sich mit dem Flaschensammeln über Wasser halten können.

Gruß Bernd

PS: Grad bei "Thadeusz und die Beobachter" (RBB): Thea Dorn moralapostelt brutal gegen Höneß, dann erzählt der Thadeusz anschließend, dass die Schattenwirtschaft in Deutschland auf einen Betrag von 340 Milliarden Euro geschätzt wird, jeder siebte Euro wird schwarz verdient. Danach war sie eine Weile ganz ruhig.

Donnerstag, 25. April 2013

Kopfstand





Hallo Kristian,

um Deinen Besuch beneide ich Dich heute, das ist eine besonders Hübsche mit einem tollen Song.

Heut will ich eine gute Edie loswerden, die ich kürzlich bei Euch in den Berichten hörte. In den Diskussionen um die Arbeitswelt wird ja immer die Leiharbeit als unverzichtbares Instrument für die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes beschworen. Handel mit Arbeitskraft eben. Seisdrum.

Ein Unternehmer in Engen zahlt seinen Leiharbeitern nun einen höheren Lohn als den Festangestellten, mit dem Argument, dass diese ja auch ein höheres Risiko* eingehen, weil sie in schlechten Zeiten als Erste entlassen werden. Das isses. So geht eigentlich Gewerkschaft, fast schon beschämend für die, das die Edie ein Unternehmer hatte.

Gruß Bernd

*Die Zocker können das erklären, mehr Risiko, mehr Kohle.

PS: Noch was Wichtiges zum Thema Gewerkschaften, wenn ich es richtig mitgekriegt habe, dann wird von GM, quasi als Strafaktion auschließlich Bochum dichtgemacht, weil die sich erfolgreich gegen die Aufweichung bestehender Abkommen gewehrt haben. Wenn sich unterschiedliche Werke von den Konzernleitungen erfolgreich gegeneinander ausspielen lassen, dann können sie ihre Gewerkschaften gleich dichtmachen. Es braucht auch auf Seiten der Arbeitnehmer ganz dringend die Globalisierung, wie auch die vielen Unglücke in Drittweltländern zeigen.



Dienstag, 23. April 2013

Neuer Tretminentyp




Hallo Benny,

heute habe ich eine Warnung für Dich (weil Du Dich doch immer Dr. Bennybär nennst), wo man heutzutage überall reintreten kann ist immer wieder überraschend. Auf dieser Seite ist ein Vorfall beschrieben, der ziemlich schräg lief... Das Verhältnis von "Vergehen" und Ermittlungsaufwand erinnert mich an die Bobbycaraffäre.

Gruß Bernd

PS: So eine Hausdurchsuchung im Funkhaus ist bestimmt lustig, da müssen die Kerle den Äther durchsuchen.

Sonntag, 21. April 2013

Chinakracher

Die Graphik wird größer wenn man draufklickt.




Hallo Kai,

früher war die schöne Zeit für die Böllerei an Neujahr ja noch nicht so streng reguliert, dass heißt das Geschäft ging schon ein paar Wochen vor Weihnachten los. In unserem Laden wurden die Kracher auch verkauft; natürlich hatte meine Mutter nichts für die Böllerei übrig, sodass wir erst gar nicht danach zu fragen brauchten. Andererseits weiß jeder, wie groß die Faszination solcher Sachen auf kleine Jungs ist und es wird Keinen wundern, wenn ich beichte, dass wir die Dinger dann eben stibitzt haben.
Entweder wir schafften es anschließend, was seeehr schwierig war, den Gebrauch so lange rauszuschieben, bis sie grade nicht da war (mein Vater hat nie was gehört, obwohl die Backstube viel näher dran war als der Laden) oder wir sind, auch wenn wir uns im hintersten Winkel vom Hof versteckt hatten, spätestens beim Böllern aufgeflogen. Meine Mutter hörte nicht nur jeden Knall, die konnte scheinbar am Sound sogar erkennen wer den Kracher angesteckt hatte.


Was ganz Anderes: Vorhin kam im Weltspiegel, dass sich in den letzten vier Jahren in Tibet 110 Menschen selbst verbrannt haben, es waren sogar Bilder von einer solchen menschlichen Fackel zu sehen. Dazu passt auch die obige Darstellung von Amnestie International über die Hinrichtungen in 2012.

Dazu fällt mir in Abwandlung einer anderen Story nur ein: „Die määnen wohl sie hänn noch e Gsicht, die sollen mol in de Spiggel gugge.“

Gruß Bernd

Samstag, 20. April 2013

So ein Mist



Hallo Nicole,

Folgende Szenerie: Mein Vater fährt gerade mit seinem alten, mit Hasen- oder Hühnermist beladenen Schubkarren (und wahrscheinlich wie häufig einer löchrigen Hose „die duuts doch noch“*) aus dem Hof Richtung Garten, als die kleine Caro auftaucht und laut ruft: „Opa, waat, ich well miiit!“ Caro ist die älteste Tochter meines Bruders und von den Enkeln die Erste, die in seiner Nähe aufwuchs. Geduldig („Jaa, ich waat schunn“), bis sie ihre Schäufelchen und ihr Eimerchen kreuz und quer durch den Hof rasend, zusammengesucht hatte, wartete er bis sie gemeinsam Richtung Garten starten konnten. Auf der Schubkarre der Mist und ein Spaten, eine Gabel und ein Eimer und das Ganze alles nochmal in klein und in Farbe. Ein schönes Bild von einem starken Team****, wie sie da gemeinsam die Straße runterliefen.
.

Dass zwischen Großeltern und ihren Enkeln besondere Bande bestehen, scheint irgendwie in der Natur begründet zu sein. Aber dass mein Vater einen speziell guten Draht zu allen Kurzen hatte, habe ich auch schon erwähnt. Woher kams?

Zum Einen war er ein brauchbarer Verbündeter: Wenn sich zum Beispiel die Kleinen an seiner auch schon mal geschilderten Installation von unzähligen Eimern im Hof, in denen sich natürlich auch immer Regenwasser sammelte, die Ärmelchen und Schühchen beim Spielen nass und schmutzig gemacht hatten und es zu den anschließenden Schimpftiraden von Omas und Müttern kam, dann stellte er sich immer scheinheilig betröppelt („joo, des isch doch nit schlimm“) auf die Seite der Delinquenten und freute sich insgeheim, dass seine Utensilien für die Kleinen im Spiel so brauchbar waren.

Was aber noch entscheidender war: Er genoss und zelebrierte stets spürbar die Gegenwart und Kreativität der Kinder und wusste sicher, ohne sich selber kindisch zu verhalten, wann sie seine Zeit brauchten und es somit nichts Wichtigeres mehr für ihn gab. Ein Beispiel fürs Zelebrieren weiß ich noch: Als eben Caro mal ausrief: „Opa, ich hab e Edie!“ war ein neuer Begriff geboren, fortan hatte man bei uns zuhause nur noch Edien.**

Meine Mutter lehrte uns das Gleiche auf eine andere Art: Wenn sie mal wieder am Aufgaben an eine unwillige Nachkommenschaft verteilen war, kam abschließend oft der Spruch: „Los jetzt, ma isch uff de Welt fer zu schaffe!“... wie hab ich den Spruch gehasst wenn sie auf diese Art meine selbstgewählte Freizeitbeschäftigung jäh beendete. Ich hab ihn für mich als Erwachsener nur leicht abwandeln müssen, „zum Erschaffen“, die Kreativität in jeglicher Form ist das, wie ich finde, was den Menschen ausmacht, das Göttliche an JEDEM Menschen.

Alles was Kreativität oder deren Ergebnisse behindert oder zerstört, zum Beispiel psychische, sexuelle oder gar physische Gewalt, insbesondere bei Kindern, ist folglich teuflisch. So einfach ist die Welt.


Nicht zuletzt gibt es deshalb niemals einen Grund einen Menschen zu töten. Kein Stück Land, kein Stück Gold, kein Stück Brot, kein Stück Gesetz kann es rechtfertigen sich an der Schöpfung zu vergehen.Vielleicht kapieren das irgendwann auch mal die Kriegs- und Terrordeppen auf allen Seiten, dass in den Köpfen, auf die sie zielen, wertvolle Edien*** schlummern.

Gruß Bernd

*zum Kirchgang hat er immer seine besten Hosen angezogen; das bestätigt meine Einschätzung dass ihm im Zweifelsfall das Ansehen bei Gott wichtiger war als das Ansehen bei den Menschen (heut ist ja eher das Gegenteil modern, alle wollen ins Fernsehen und keiner mehr in die Kirche). Paradoxerweise machte ihn gerade das sehr liebenswert.

**Mit uns als Kinder hat er es schon ähnlich gemacht, so gab es zum Beispiel Pulverwäsch und Holzstreichle, weil eine ältere Schwester immer mal wieder so lustig die Worte verdrehte.

***Die Nazis hätten in ihrem Totalitätswahn garantiert auch die Relativitätstheorie vergast.

****Uns Deutschten sollte, ganz nebenbei bemerkt, auch klar sein, dass wir beim Import von ausländischen Fachkräften auch meistens solch "starke Teams" auseinanderreißen.





Freitag, 19. April 2013

Weisse Riesen




Hallo Daniela,

eine Cousine meiner Ex hat bei einem Familienfest mal lachend folgende Story erzählt: Als sie sich wohl aufmachte um einkaufen zu gehen meinte ihre Mutter zu ihr:

  • “ Bringsch mer noch die Allweiß mit?“
  • „ Hää, die Allweiß?“
  • „ Jaa, die Allweiß“ und zeigte wohl den Karton.
  • „ Ach soo, Du moinsch die Always.“

Vorgestern hab ich zufällig das Buch vom Honecker fertiggelesen, in dem auch seine Verteidigungsrede aus seinem Gerichtsprozess abgedruckt ist. Am gleichen Tag haben sie einem Verantwortlichen bei Krupp den Preis „Gerechter unter den Völkern“ verliehen. Seltsam, wie den alten Männern auf ihre letzten Tage einfällt, dass sie bei all dem Leid, dass sie verursacht haben, doch jetzt lieber ein guter Mensch gewesen wären hätten sein wollten.*

Da könnte man dem Adolf doch postum einen Preis für seine Verdienste um den Tourismus in Europa und besonders in Russland verleihen.

Und die Tigerenten bekommen die Goldene Damenbinde für all das viele Blutvergiessen ohne dass man was davon sieht.

Gruß Bernd

*Zum Beichten geht’s hierlang..