Samstag, 1. November 2014

Im Lääwe nit



Hallo Kai,

es ist nun gute vier Jahre her, dass ich hier zum ersten Mal die Idee Sonne und Wind als Gas zu speichern, verbreitet habe. Die Idee selber hatten u.a. die Herren am ZSW ja schon vorher, mein Verdienst dürfte die gelungene Verbreitung der Idee und die Erkenntnis sein, dass das scheinbar ungelöste Thema der Energie-Speicherung die Energiewende ganz entscheidend behindert.

Aus meinem Berufsleben kenne ich es eigentlich ganz gut, dass Projektideen umso schwieriger durchzusetzen sind, je mehr Leute am Entscheidungsprozess beteiligt sind*. Es gibt immer alles, ein paar Neugierige die das Neue begrüßen und fördern bis hin zu den ewigen Skeptikern, die bei allen neuen Sachen immer am Bremsen sind. (wie oft musste ich mir den spöttischen Satz "Des geht im Lääwe nit" von den immer gleichen Personen anhören).

Der Knüller an gerade dieser Thematik ist, dass es im Zusammenhang mit der globalen Energiewende ein echtes Politikum geworden ist, das sogar riesige, historisch gewachsene Industriezweige betrifft.

So liegt es auch in der Natur der Sache, dass die Entscheidung in dem Bereich nicht schlagartig sondern nur ganz allmählich fällt. Man muss eben erstmal warten bis alle ihren Senf dazugegeben haben und im anschließenden Chaos die Fakten ganz langsam wieder auftauchen, das ist völlig normal.

Gerade heute mittag hab ich einen Artikel von Professor Sinn gelesen, wo er sich über das zur Zeit häufige Bashing der Betriebswirte beschwert. Für mich aber symptomatisch ist, dass dieser Bereich beim Thema Power2Gas komplett zu den Bremsern gehört (ja, es war eine gute Prüfung und alle sind gescheitert).

In den technisch versierten Bereichen war dagegen nach kurzer Diskussion der entscheidenden Fakten die Akzeptanz sofort vorhanden. Genau da liegt auch heute noch ein Riesenproblem:

Die Entscheider sind immer noch sehr häufig Leute, die noch nicht einmal die naturwissenschaftliche Allgemeinbildung besitzen, wie sie zu meiner Zeit schon die Abiturienten brauchten um ihre Reifeprüfung zu bestehen. Auch gerade Journalisten sehe ich häufig, wie sie mit voller Inbrunst irgendeinen nachgeplapperten Murks erzählen ohne wohl selber irgendeine Ahnung zu haben (letzeres ist ja nicht schlimm, wenn man es dazu sagt). Das klingt unglaublich, hab ich aber mittlerweile schon sehr oft beobachtet.


Allmächlich spricht sich aber rum, dass Coal2Power mit 30% Wirkungsgrad gegenüber Gas2Power mit 90% in der Stromerzeugung zu Zeiten des Klimawandels nicht mehr zu verantworten ist (z.B. Vattenfall steigt gerade aus der Braunkohle aus).




Ein sehr wirksames Mittel in meinen Posts bisher war, einfach den Schulstoff auszupacken und verständlich zu erklären. Das will ich heute auch wieder tun.


Was macht die Natur, wenn sie Energie speichern will?


Sie bildet durch biologische Prozesse sogenannte Kohlenwasserstoffe, in der Regel sind in diesen Molekülen Kohlenstoffatome C miteinander verkettet, an denen noch viele Wasserstoffatome H und je nachdem noch ein paar Sauerstoffatome O in unterschiedlichen Formen dranhängen.

Beispiele:

Haushaltszucker hat die Summenformel C12H22O11
Bienenwachs C25H51COOH
Stärke/Zellulose/also Holz ist ein Polysaccharid mit der Formel (C6H10O5)mit n>>1

Auch Erdöl enthält nichts Anderes als diese Kohlenwasserstoffketten in kürzerer (Kerosin, Benzin) oder längerer Form (Schweröl, Teer).

Gemeinsam ist diesen Stoffen, dass man sie zur Energiegewinnung alle verbrennen kann und nichts anderes als Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H20) übrigbleibt. Der zur Verbrennung notwendige Sauerstoff kommt dabei aus der Umgebungs-Luft und braucht nicht mitgespeichert/-transportiert werden. Für Fachleute: Im Vergleich zu Batterien liegt genau an dieser Stelle ein riesiger, strategischer Vorteil. Ebenso kann die verbrauchte Energietransport-Materie (CO2, H2O) einfach in die Natur abgelassen werden.


Die einfachsten Formen haben eine schöne und leicht verständliche Ordnung (Alkane und Alkohole, hier mal bis zur vierten Version aufgeführt; dass Wasserstoff immer einen "Arm", Sauerstoff zwei und Kohlenstoff vier hat, hat mit den Valenzelektronen zu tun):


Methan, CH4
Siedepunkt:  -161,8°C

Heizwert:      13,89 kWh/kg

   im Vergleich dazu der Siedepunkt von
    reinem Wasserstoff H: -252°C !!!


Ethan, C2H6
Siedepunkt:   -88,2°C

Heizwert:       13,06 kWh/kg





Propan, C3H8,
Siedepunkt:   -42,2°C

Heizwert:      12,87 kWh/kg

 Propan (auch Butan) kennt man schon als Campingartikel etc.







Butan, C4H10
Siedepunkt:    -0,6°C
Heizwert:       12,07 kWh/kg







Das geht dann entsprechend weiter mit Pentan, Hexan, Heptan, Oktan, etc.):

Die zugehörigen Alkohole haben einfach immer statt einem Wasserstoff H eine OH-Gruppe anhängen:



Methanol, CH3O
Siedepunkt:  64,7°C
Heizwert:     5,53 kWh/kg

Ethanol, C2H5OH,
Siedepunkt: 78,3°C
Heizwert:     8,33kWh/kg
(das ist übrigens der zum Saufen)

Propanol, C3H7OH
Siedepunkt: 97,2°C
Heizwert:    8,40 kWh/kg

Butanol, C4H9OH
Siedepunkt: 117,3°C
Heizwert: 9,20 kWh/kg






Die angegebenen Siedepunkte (Temperatur, bei welcher der Stoff gasförmig wird) beziehen sich auf den normalen Atmosphärendruck, man erkennt schön, je länger die Ketten sind, um so höher liegt dieser. Bei den Alkoholen bewirkt die OH-Gruppe dass diese bei Raumtemperatur alle schon flüssig sind.

Es gibt zwar Ansätze reinen Wasserstoff (extrem niedriger Siedepunkt) als Energieträger zu nutzen, aber die erforderlichen Tanks sind sehr aufwendig und schwer. Wasserstoff als kleinstes Atom im Periodensystem ist einzeln zu klein und lässt sich nur schwierig einsperren. Auch beeinflusst er die umgebenden Metallmaterialien (Wasserstoffversprödung).

An dem Heizwert erkennt man, wieviel Energie in dem jeweiligen Medium gespeichert werden kann. Es ist nicht automatisch so, wie man denken könnte, dass die größeren Ketten relativ zum Gewicht mehr Energie speichern, weil sie aufgrund der Größe ja auch schwerer sind.

Die Kohlenwasserstoffe liegen alle so um die 10kWh/kg, eine unglaubliche Energiedichte. Wie könnte man sich sonst erklären dass schwere LKWs mit ein paar Liter Diesel über hunderte von Kilometern bergauf/bergab fahren können.


Die synthetische Erzeugung dieser einfachen Kohlenwasserstoffe ist längst bekannt und absolut kein Hexenwerk (der Adolf hat schon damals viel aufwendiger im großen Stil aus Kohle Benzin machen lassen).

Bei Methan wird mit elektrischen Strom H2O in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt (Elektrolyse) und mit dem Wasserstoff und CO2 aus der Luft (Methanisierung) das Methan erzeugt (erste und dritte Gleichung im  Diagramm unten).

Der "Trick" dabei ist, dass die Energie, die man reinsteckt um H2O in H2 und O zu trennen, genau die gleiche Menge an Energie ergibt, wenn man H2 und O wieder zu Wasser verbrennt. Das hat unser Herrgott nunmal eben so eingerichtet (das ist bei den anderen chemischen Prozessen genauso). Das Problemchen ist nur, wenn man es als elektrische Energie reinsteckt, heisst das noch noch nicht automatisch dass sie am Ende als Strom wieder rauskommt, der Energie-"abfall" entsteht meistens erstmal als Wärme. Da sind dann halt die neuesten Techniken (BHKWe, Stirlingmotor) gefragt, um diese Energie zum höchsten Prozentsatz (Wirkungsgrad) wieder zu Strom zu veredeln... und die Abfallwärme ganz einfach dezentral zum Heizen zu nutzen.





Ob man nun, aufgrund der einfacheren Handhabung, noch den Weg über die Wandlung zu Methanol etc. geht (Power2Liquid), werden die einzelnen praktischen Anforderungen zeigen.

Entscheidend ist: Ein Kilogramm Methan enthält das Hunderfache an Energie im Vergleich zu einer ein Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Batterie !!! Weiterhin braucht es kein Metall (Lithium) und sonstige Chemie, die in den Akkus drinsteckt, es gibt absolut kein Recycling-Problem.

Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff sind einfach völlig unbedenkliche und in der Natur ausreichend vorhandene Substanzen.










Woher kamen nun bei diesem bestechenden Konzept die Widersprüche? Zum Einen war natürlich der Wirkungsgrad bei der Umwandlung ein Thema. Man hat die Verlustwärme beim Power2Gas und beim Gas2Power einfach (wie bei Coal2Power) als Abfall gerechnet.

Diese Gas2Power Anlagen müssen, wie bei Power2Gas mittels Blockheizkraftwerken schon längst üblich, dezentral in Gebäuden stehen, die dann die Abwärme zum Heizen nutzen und damit die Energie voll verwerten!!!

An der Stelle ist auch das ZSW falsch abgebogen, die erste Test-Anlage hatte eine Kapazität von 500kW und passte noch in einen Container, danach hat man in Werlte eine 6000kW-Anlage (wer es noch nicht kennt, hier ein schönes Erklärvideo) mittlerweile erfolgreich in Betrieb genommen. Es ist einfach immer noch typisch für die Machbarkeitsdenke, dass man immer, fast zwangsläufig, bei Großanlagen und zentralistisch rauskommt, anstatt wie z.B. beim PKW ganz normale, dezentrale Technik zu bauen.

Wie absurd diese zentralistische Denke ist, kann man plakativ vor Augen führen, wenn man sich ausmalt dass ein Konzern anfänge anstelle der dezentralen Kühlschränke zentral Kälte zu produzieren und diese per isolierter Leitungen an die einzelnen Haushalte zu verkaufen.

Ich bin zwar bei den notwendigen Technologien für Power2Gas noch kein Experte, aber mein Bauch sagt mir freihändig dass die erforderlichen Anlagen, gerade auch im dezentralen Format, verglichen mit z.B. Biogasanlagen sehr einfache Technik mit enormem Optimierungspotenzial werden wird. Viessman z.B. vertreibt seit neuestem als Mini-BHKWe schon Brennstoffzellen als kombinierte Heizungs- und Gas2Power-Anlagen.

Weiterer Widerstand kommt natürlich aus der Ecke der bisherigen Stromwirtschaft. Wenn ich es richtig verschwörungstheorisiere, dann rollt da immer mal wieder schnell ein unliebsamer Kopf. Das erklärt auch wie man in Deutschland, begleitet von massiver Propaganda, die Erneuerbaren erst mal abgewürgt hat. Denen geht gerade ein Milliarden-Monopol-Geschäft flöten, sowas läuft nicht ohne Späne. Allerdings startet dieser Bereich gerade, insbesondere die Photovoltaik, weltweit einen unaufhaltbaren Siegeszug.

Wie früher schon berichtet reichen alleine die deutschen Gaskavernen locker aus um die saisonalen Schwankungen abzusichern und auch die 10fache Kapazität einer Gasleitung im Vergleich zu einer Hochspannungsleitung kann sich in den Konsequenzen jeder selber ausmalen (an der Stelle verraten sich auch immer die Bremser, wer zur Zeit noch Leitungen bauen will tut das nicht, wie sie es vortäuschen, für die EE, sondern für die Braunkohle) .

Am hoffnungsvollsten stimmt mich eigentlich, dass mit dem EE-Gas ein neues, deutlich wertvolleres Produkt** als (die Amis nennen ihren Frackingscheiß frecherweise sogar) Naturgas entsteht, das sich im Unterschied zum EE-Strom viel besser getrennt handeln lässt; den Rest erledigt dann nach meiner Einschätzung der Kapitalismus.



...und abschließend nochmal ganz deutlich, ganz normales Erdgas enthält 87-99% Methan, damit kann man Auto/LKW-Fahren, Heizen und auch Fliegen.

Gruß Bernd

PS: Mit den obigen Fakten ist es nicht mehr sinnvoll, aus Mais Methan zu erzeugen. Die Photosynthese der Pflanzen nutzt die Sonne zu weniger als 1%, Photovoltaik liegt schon bei über 20%. Genauso ist das Abholzen von Regenwäldern zur Gewinnung von Palmöl zu Energiezwecken der pure Wahnsinn.

Es haben aber viele Menschen mit dem richtigen Denken begonnen, hier ist ein tolles Projekt zu dem Thema aus Holland:




Ein Radweg wird mit Photovoltaik-Modulen ausgelegt.


*PPS(04.11.2014): Das ist der Vorteil bei der Softwareentwicklung... man brauchte vorher diese mühsamen Entscheidungsprozesse nicht unbedingt anwerfen, indem man einfach die Bremser nicht informierte. Im Gegensatz zu den mechanischen Entwicklungen sieht man bei der Software ja gar nix.... und Zack....plötzlich war etwas fertig... und konnte nur noch als Endprodukt bewertet werden. Und dann hatten die Bremser immer schon verloren !!!!

**PPPS(07.11.2014): Ich weiß nicht ob das mit dem wertvolleren Produkt jeder verstanden hat: Ich bin sicher dass es schon heute genügend Leute, die es sich leisten können, gäbe, die, nicht zuletzt als Statussymbol, das 2-3 fache für ihren Sprit ausgeben würden, wenn sie wissen dass sie dann völlig klimaneutral mit Sonne und Wind Auto fahren können. Was ist schon eine große Kiste, gegen eine große Kiste die man völlig klimaneutral und klimafreundlicher als jeder Kleinwagen fährt? Der Markt existiert bereits, es fehlt nur das Produkt.

P4S(11.11.2014): Nachdem der Post Kleine Ursache den Weg zum Kohleaustieg eigentlich schon ausreichend deutlich machte, war dieser hier wohl der Sargnagel für die Kohlewirtschaft.

Heute habe ich gerade noch ein Video gesehen, wo Gabriel zwei Greenpeace-Aktivisten aufforderte mit ihren Anti-Kohle-Transparenten bei der Gewerkschaft IG-BCE aufzutreten. Wie und was er sagte zeigte deutlich, der Mann hat Angst vor den Fröschen !!!

Er hat Germanistik und Politologie studiert und kann folglich die technisch-naturwissenschaftlichen Fakten selber gar nicht einschätzen. Was will man mit politischen Führern anfangen, die ihre Meinung immer nur nach dem scheinbar lautesten Geschrei richten müssen?

Das gleiche Problem gibt es mittlerweile auch immer stärker in vielen deutschen Konzernen, wo früher technisch versierte Leute die Führung hatten, wird von nachplappernden Juristen und BWLern mittlerweile viel Murks fabriziert.

Mit solchen Angsthasen lässt sich wohl auch das Fracking nicht verhindern, obwohl damit das komplette Grundwasser vergiftet wird. Und dabei nochmal ganz deutlich: Das durch Power2Gas gewonnene Methan ist identisch zu dem Zeugs, das die jetzt mit giftiger Chemie für ein paar wenige Jahre aus der Erde pressen wollen.

P5S(16.11.2014): Wenn vor allem erst mal endlich die Südländer und die restliche Welt ihre Chance begriffen haben, dann können sich die selbsternannten Kalifen der IS ihr Öl zukünftig in ihren Bart schmieren. Das ist so.

P6S(19.11.2014): So manch einer braucht ja immer noch was aus der Zeitung, um eine Sache zu glauben: Bitte sehr

P7S(20.11.2014): Wie wichtig es ist, dass die Speicherfähigkeit von EE verstanden wird, zeigt Folgendes:

Gestern abend war im SWR3-Fernsehen eine Diskussion zu Windkraft in BaWü. Als recht häufiges Argument der Gegner kommt dann immer, dass die Windräder nur dorthin gehören, wo immer Wind weht, eben an die Nordsee und der Strom soll dann über Leitungen in den Süden geleitet werden.

Das wäre so, als würde man fordern, dass Brunnen für das Trinkwasser nur im Norden Sinn machen, weil es dort ja viel mehr regnet, und das Wasser soll dann durch Leitungen in den Süden geleitet werden.

Es geht einfach darum, aus den Windgebieten, die über Deutschland hinwegziehen, möglichst viel Energie zu ernten und zu speichern. Ich hatte in einem anderen Post schon einmal dieses Beispiel erwähnt: Während des Orkans Xaver wurden von den jetzt schon vorhandenen Windmühlen in zwei Tagen 1 TWh (Terawattstunde) Strom abgeerntet (550 TWh braucht D pro Jahr). Das sind alles andere als Peanuts.

Und dass die Mühlen nicht in den Windschatten gestellt werden, darauf achten schon die Investoren. Die verdienen nämlich nur Geld wenn sich die Mühle dreht.

Schönen Gruß an Herrn Molitor, immer gefährlich wenn man sich ins Fernsehen stellt und über Sachen erzählt (im Brustton vollster Überzeugung), die man nicht versteht. Schuster bleib bei Deinen Leisten passt wohl gut, er hat Rechtswissenschaften studiert. "Die Leit merke des heitzuda, die sinn nit bleed."

Außerdem ist die Alternative (allerdings nur für 10-20 Jahre) zur Windkraft das Fracking, das das komplette Erdreich auf Jahrhunderte vergiftet. Das sollte auch allen Tierschützern klar sein !!!

P8S(22.11.2014): Oh, mal wieder ein Artikel von einem Chemie-Professor, der erklärt was bei Power2Gas alles nicht geht. Er kann ja die Österreicher fragen, die verkaufen das System schon in der Wasserstoffversion (siehe hier oder hier).

P9S(23.11.2014): Hervorragend, wieder ein System mit der richtigen Struktur entdeckt: Link. Bei kleinen abgeschlossenen Systemen sieht es wohl so aus, als ob man sich den Weg über das Methan sparen kann (siehe auch Fronius, vorletzen beiden Links).

Samstag, 18. Oktober 2014

Märchenstunde




Hallo Frau Lorisz,

siehe da, die Ungereimtheiten im Falle Kiesewetter und Barschel ziehen Kreise. Gut so.

Vor ein paar Tagen waren "ausführliche" Berichte über Barschel und dubiose Waffengeschäfte zu lesen, heute versucht man den Fall Kiesewetter den Irren vom KKK anzuheften.

Badewannetote sind ganz exklusiv SS-Opfer und bei Kiesewetter ist der Fall auch offensichtlich. Aber dass sie jetzt versuchen die bestialischen Morde Anderen in die Schuhe zu schieben, ist ein gutes Zeichen. Sie kommen in Erklärungsnöte. Die Menschen lassen sich eben immer weniger für dumm verkaufen.A

Als Nächstes erzählen sie uns dann, dass es die 9/11-Attentäter waren, die 69 auf dem Mond gelandet sind. Und versehentlich würde das sogar stimmen. Die Regisseure für diese Stories sind die gleichen Märchenonkel.

Am derbsten fand ich, dass sie sogar große Engelchen wie Whitney Houston oder Michael Jackson ermorden, nur weil diese nicht ihrer kruden Ideologie folgen. Ich hab beide live gesehen (Whitney Houston* vorm Mannheimer Schloß und Michael Jackson auf dem Hockenheimring), vielleicht macht das die Irrläufer ausreichend neidisch, um zu blicken was sie an Unheil anrichten. Neid verkraften sie ganz besonders schlecht, ich hab meine Erfahrungen.




Gruß Bernd Gnirß

*PS: Das Gefühl bei dem live gesungenen "I will always love you" lässt sich nicht in Worte fassen, wenn man Musik intensiv erlebt. "Nicht von dieser Erde" trifft es am ehesten.

PPS(24.10.2014): Was wohl gut hierher passt: Es sollte anhand dieser Beispiele jedem klar werden, dass man irreversible Taten nicht wieder gut machen kann. Die Selbstachtung ist nicht mehr wieder zu erlangen. Isso. #lebendigeTote

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Daumen hoch
















Ich hatte die Szene schon mal irgendwo in Worten beschrieben, aber diese Kunstform ist nicht in Worte zu fassen. Man beachte die Schilder "Direktion" und "Do not disturb" in der Explosionszeichnung.

Passt ja auch gut zu unserem heutigen Chemie-Nobelpreis.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Erntedank

Früher wurde das alles mit der Sense abgemäht, in Garben zum Trocknen aufgestellt und
später mit dem Dreschflegel gedroschen. Der erste Automatisierungsschritt waren dann die
stationären Dreschmaschinen. In unserer Nachbarschaft stand früher noch so ein stillgelegtes
Ding (in rosa) in einer alten Scheune rum.



Hallo Herr Schmidt,

ich lad sie ein, gehen wir mal drei Schritte zurück (zeitlich oder räumlich), um mit Abstand zu betrachten: Was braucht der Mensch zum Überleben?

- etwas zum Essen und Trinken (Wasser !!!)
- etwas zum Anziehen
- etwas zum Wohnen und Heizen (ggf. Beschatten, Kühlen)


Nur wenige Jahrzehnte zurück arbeiteten die Menschen auch in unserem Land zu 90% in der Landwirtschaft, sie "hatten schon zu kratzen", wie man bei uns im Dialekt sagt, um sich ihre Nahrung zu besorgen*. Tatsächlich kann man heute noch feststellen, dass in klimatisch schwierigeren Regionen meist ein rauerer Menschenschlag lebt als in den sonnenverwöhnten Gegenden mit vielleicht noch zusätzlich fruchtbaren Böden. Mag sein dass das damit zu tun hat, wieviel Zeit zum Partymachen übrig war.

Heute arbeiten aufgrund der technischen Möglichkeiten nur noch 3% in der Landwirtschaft, ähnlich wenige Menschen brauchts in der Bau- und Textilindustrie. Aus der historischen Perspektive müssten wir eigentlich im Schlaraffenland leben.

Wo ist der Fehler im System?


Nun, da die 97% nicht mehr am Wertschöpfungsprozess beteiligt sind, erzielen sie auch null Einkünfte aus z.B. der Landwirtschaft. Heisst das nun, man müsste das Einkommen von den Wertschöpfungprozessen irgendwie trennen?

Bestimmt ist eine gewisse Grundsicherung nach unten (Hartz-IV und noch besser wäre wohl ein bedingungsloses Grundeinkommen) eine zivilisatorische Errungenschaft, aber die derzeitigen Flüchtlingsströme zeigen, dass dies bisher nur regional und in prosperierenden Volkswirtschaften funzt.


Erstmal sind natürlich aufgrund der technischen Entwicklung viele neue Wertschöpfungsprozesse entstanden, die den Menschen Lohn und Brot bringen.

Aber den entscheidenden Tipp zum oben gesuchten Fehler hab ich wohl recht beispielhaft im Greepeacemagazin erhalten: Als die USA zum ersten Mal den Irak "befreiten", war eine der ersten Maßnahmen, schon in den ersten Monaten, dass den irakischen Bauern die Erzeugung von eigenem Saatgut verboten wurde und nur noch gekauftes Saatgut erlaubt war, dessen Pflanzen auch gar nicht mehr geeignet waren, Saatgut aus der Ernte zu reproduzieren. Dahinter steckte natürlich ein großer internationaler Konzern, der auf diese Art seinen Markt vergrößert hat.

Das lässt sich für ganz viele Entwicklungen, ganz extrem z.B. auch bei der Meeresfischerei, verallgemeinern:

Es sind große international operierende Konzerne, die kleine dezentrale Wertschöpfungsprozesse innerhalb ihrer Struktur zu einem großen, industrialisierten Prozess konzentrieren und damit millionenfach Menschen ihren Lebensunterhalt rauben.

Grundsätzlich ist der erste Teil ja nichts Schlechtes, kaum jemand, um beim obigen Beispiel zu bleiben, wird zu dem Zustand zurück wollen, dass wieder 90% in der Landwirtschaft arbeiten. Es ist wohl "lediglich" ein Problem der Teilhabe, oder deutlicher, der Verteilung.

Doch für die Übergänge wäre es wohl ganz wichtig, dass die Politik demokratisch legitimiert die Ziele und Rahmenbedingungen setzt. Zumal in unseren Breiten diese Übergänge parallel zur technischen Entwicklung allmählicher, aber auch nicht ohne Probleme, abliefen, in Entwicklungsländern dagegen häufig recht schlagartig erfolgen.

Derzeit stehen aber die international organisierten Konzerne einer nur regional organisierten Politik gegenüber. Da liegt es in der Natur der Sache, dass die Politik den Kürzeren zieht.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Energiewende; jedes Kind weiß mittlerweile, trotz der massiven Propaganda zu dem Thema, dass es sinnvoller ist die notwendige Energie aus Erneuerbaren zu gewinnen als sie weiterhin aus der Erde zu buddeln und dabei sogar die Existenz des ganzen Planeten zu riskieren.

Die Entscheidungen dazu fällen aber Konzernmanager, die ethisch-moralisch null Verpflichtungen haben und als einziges Kriterium die täglichen Börsenkurse gelten lassen. Das Besondere an diesem Beispiel ist auch, dass die Erneuerbaren naturgemäß nur dezentral gewonnen werden können und somit eine Verteilung des Wertschöpfungprozesses eher gewährleistet bleibt.


Die Problematik wird jetzt wohl gut deutlich geworden sein, ein Patentrezept dagegen hab ich auch noch nicht, aber es braucht sicher eine Internationalisierung der Mitsprache von demokratisch legitimierten, mächtigen Organisationen wie Gewerkschaften, Umweltschützer, von mir aus auch Religionsgemeinschaften etc., die den Konzernen Paroli bieten können.

Schon öfters hab ich, auch vor diesem Hintergrund, den Vorschlag der Finanztransaktionssteuer gemacht, um den riesigen Druck, der an den internationalen Börsen auf die Politik entsteht, zu vermindern.

Auch die Verpflichtung von Staaten auf eine ausgeglichene Handelsbilanz würde bestimmt der Plünderung der wirtschaftsschwachen Länder einen Riegel vorschieben.

Ganz sicher müssen auch schleunigst Schutz-Maßnahmen gegen das derzeitig massive Landgrapping in den armen Staaten erfolgen, sonst wird dort jeglicher Grundstein für Entwicklungsmöglichkeiten entzogen !!!!



Derzeitig ist ja auch gerade der Umgang mit den Flüchtlingen ein Riesenthema: Sicher bin ich auch dafür, dass man mit den Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens zu uns kommen, anständig umgeht, aber das noch viel größere Elend im Vorfeld wird man nur wirksam mindern wenn die obige Problematik der Teilhabe gelöst wird. Und ich bin sicher, dass das eine Win-Win-Situation wäre und ohne Einbußen beim allgemeinen Wohlstand erfolgen kann.

Das funktioniert aber nur wenn die Politik nicht aus Einzelkonzern-Perspektive agiert, sondern wenn Wirtschaftlenker mit globalem Überblick am Werke sind!!!

Interessanterweise habe ich die Situation, dass sich Europa mit einer riesigen, unmenschlichen Mauer gegen Völkerwanderung schützen wird schon Ende der 70er kommen sehen (ohne Scheiß), vielleicht erinnert sich der ein oder andere aus meinem Umfeld an meine Prognosen. Die ungleiche Entwicklung war damals schon angelegt und wird sich auch zukünftig weiter verschlimmern, wenn die oben geschilderten Probleme nicht gelöst werden. TTIP und Ähnliches geht ganz bestimmt genau in die falsche Richtung.


Ich hab es dem Barroso hoch angerechnet, dass er die Särge in Lampedusa vor einem Jahr persönlich besucht hat, aber alle Afrikaner werden wohl nicht ins Mittelmeer passen. Da ist ja Ebola grad ganz günstig.

Das war jetzt derb zynisch, aber ich hab heute Mittag gerade dieses menschenverachtende Gebrabbel gesehen, was leider für die Denke unserer Propellerfabrikanten symtomatisch ist (nur 58 Sekunden lang).






Dieses beschränkte Großmaul hat noch nicht geblickt, dass er selber auf einem Pulverfass sitzt, das vermutlich nur mit Hilfe von Mann und Maus entschärft werden kann. Es braucht jedenfalls erstmal viele Hände um die Welt global mit EE zu versorgen.



Gruß Bernd

*PS: Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass das Ergebnis damals qualitativ um Klassen besser war als heutzutage (die ganzen Tuning-Maßnahmen wie Dünger, Pestizide etc. gabs eben auch noch nicht).

PPS: Und vielleicht noch mal ganz, ganz deutlich: Es sind auch von uns produzierte Waffen, eine auch von uns verursachte Klimakatastrophe und unsere Wirtschaftspolitik, vor denen die Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen.

PPPS(06.10.2014): Das bedingungslose Grundeinkommen trugen/tragen ja die Piraten vor sich her wie kleine Kinder ihre Martinslaterne. Ich hab an verschieden Stellen immer mal wieder eingeworfen, dass man für ein derartiges Modell zuerst als Geldquelle die Besteuerung der Handelsgewinne an den Börsen erkämpfen muss (FTS)... also erst den Bären erlegen bevor das Fell verteilt werden kann. Hab aber nie eine Reaktion erhalten.

Ansonsten bleiben eben solche, eigentlich brauchbaren, Ziele reine Luftschlösser und die Menschen entlarven die Unvollständigkeit des Konzepts ganz intuitiv und verweigern ihre Zustimmung.

P4S(08.10.2014): Was ganz bestimmt noch an diese Stelle gehört, ist dass diese interntionalen Konzerne ihre Gewinne solange zwischen verschiedenen Ländern hin- und herschieben, bis sie nur noch minimale oder gar keine Steuern mehr bezahlen, vor allem nicht dort wo die Wertschöpfung läuft (siehe oben: "Die Politik zieht den Kürzeren")..

Sie nutzen aber kräftig die Infrastruktur und leben von Angestellten die im staatlichen System gut ausgebildet wurden. Siehe zum Beispiel: Amazons Steuertricks in Luxemburg: Weniger als ein Prozent Steuern.10.




P5S(25.10.2014): Das Thema Meeresfischerei habe ich oben nur angerissen. Es gab und gibt immer wieder Berichte, die klar aufzeigen dass gerade vor Afrikas Küsten die eurpäischen Fischfangflotten dermaßen Raubbau treiben, dass den kleinen, örtsansässigen Fischern, die über Jahrhunderte, ne Jahrtausende, von ihrem Beruf leben konnten, nichts mehr zum Überleben bleibt. Gesunde Strukturen brechen innerhalb von wenigen Jahren zusammen.

Ottonormal denkt wohl häufig, die Flüchtlinge wollen zu uns weil es hier die schöneren Handys gibt, er hat gar nicht die Zeit sich aufwändig zu informieren, er muss sein eigenes Geschäft bewältigen, noch Urlaub und neuerdings sogar noch eine Kreuzfahrt machen.

Diese Informationen würden nur ankommen, wenn sie auch dementsprechend die Zeitnot der Menschen berücksicht und kompakt in der BILD-Zeitung stehen würden.







Vermutlich würde nach so einer Schlagzeile erst mal diese Combo ums Eck kommen, die lauthals verkündet dass man "Neger" gar nicht sagen darf, weil das rassistisch ist. So läuft die Welt heute. Ein paar  Strauchdiebe machen die Gesetze und die bezahlten Idioten treiben die Säue zum Ablenken durchs Dorf..

Tatsächlich gibt es Zahlen, die die Verhältnisse verdeutlichen (vermutlich gar nicht mehr aktuell): Alle Fischfangnetze hintereinandergehängt umspannen derzeit schon den ganzen Globus und werden von den riesigen Fabriken auf See siebenmal am Tag um den ganzen Globus gezogen.

Ein paar wenige Menschen werden das Gefühl kennen, wenn sie auf ihren Acker, ihre Wiese oder ihren Garten kommen und jemand Fremdes hat die komplette Ernte geklaut. So müssen sich diese Menschen fühlen wenn sie mit ihren kleinen Booten vom vergeblichen Fang zurückkehren.

Montag, 29. September 2014

Uhli-Strümpfe




Hallo Frau Dings (auf der Website steht leider nicht mehr wer moderiert),


hier hab ich ja schon erklärt, dass unsere „Deutsche ISIS“ das Händeabhacken eine Spur subtiler durchführt als im Nahen Osten.

Ähnliches gibt es beim Bombardement von Häusern. Im Fall von Pfarrer Ditterich konnte man lesen, dass seine Unterkunft mit Schimmel befallen ist. Das Gleiche haben sie bei mir in Schöllbronn auch probiert. Gottseidank war die Ausgangslage besonders gut, in meinem Haus konnte man sogar Kartons im Keller lagern, ohne dass da irgendwas überhaupt nur klamm wurde. Das Untergeschoss war furztrocken.

Irgendwann haben sie dann meine Dachrinnen (die Fallrohre) demontiert und ich war wohl auch so programmiert, dass ich mich nicht wehren und die Sache reparieren konnte. Das hat aber erst nach sehr, sehr langer Zeit die Feuchtigkeit im Keller erhöht (Hinweisgemäß haben sie wohl mittlerweile sogar noch mit unterirdischen Tunnels, wie in Gaza, gearbeitet, ich kann das selber nicht glauben aber die anonymen Tipps gingen in diese Richtung).

Seit ein paar wenigen Wochen musste ich jetzt doch alles Papier und Kartons aus dem Untergeschoss in den Speicher bringen, da sonst Schimmel auftauchte. Da gibt es ja verdammt giftige Versionen, denen man sich lieber nicht aussetzen will.

Auch den Schornsteinfeger habe ich im Verdacht, dass er bei seinem letzten Besuch über den Schornstein das Haus von innen mit den Sporen „geimpft“ hat, da in den Tagen danach plötzlich sogar mitten im Haus im Erdgeschoß beim Kamin leichte Effekte zu beobachten waren (Gegenmaßnahme: Gutes Lüften bei niedriger Luftfeuchtigkeit und alle Ecken gut im Auge behalten, Antischimmelspray von unten in den Kamin).

Ein viel schwerwiegenderen Fall von „leisem Bombardement“ habe ich allerdings in meinem Heimatort. Aus dem Erbe hatte ich damals mit einer Schwester ein Acht-Familienhaus übernommen, (eigentlich auch wiederwillig, aber mit sattem Verdienst als Ingenieur dachte ich, ich kann den Unterhalt stemmen).

Zwischenzeitlich hatten wir Beide mal versucht, das Ding an die Kirche zu verkaufen, da es auch in Ortsmitte direkt unterhalb der Kirche liegt (ein fachkundiger Mann aus Speyer, das zuständige Bistum, hatte es sich, zufällig genau an NineEleven, angeschaut, aber kurz danach Desinteresse bekundet).

Ich wollte dann meine Hälfte meiner Schwester unterjubeln, aber sie hat mich beim Gefeilsche nach unten deutlich unterboten, so dass ich dann alleiniger Besitzer wurde.

Anfänglich hatten noch 4 bis 5 Mietparteien in dem Gebäude gewohnt, nachdem ich aber brainprogrammed völlig blockiert wurde konnte ich mich nicht mehr kümmern und die Leute sind, verständlicherweise, nach und nach geflüchtet.

Interessanterweise genau nach diesem Tweet schaffte ich es erstmals nach Jahren wieder das Gebäude aufzusuchen. Auf den ersten Blick waren Schäden zu sehen, die aufs reine Nichtkümmern zurückzuführen sein könnten. Aber: In den Fallrohren der Dachrinnen entdeckte ich mutwillige angefertigte Verstopfungen (Blätter und Eicheln von Bäumen die zig-meterweit entfernt und deutlich tiefer stehen), das Spiel mit dem Verstopfen der Dachrinnen kannte ich mittlerweile auch schon von meinem Schöllbronner Haus.

Das jahrelange Überlaufen der Dachrinnen war genau so angelegt, dass sie in einer nicht einsehbaren Ecke auf das Fundament wirken sollten. Wahrscheinlich hat nur dieser besonders sandige Boden in der Region in Kombination mit den Sandsteinfelsen das Gebäude vor extrem großen Schäden bewahrt.

Auch war am gesamten hinteren Gebäude eine besonders agressive, für mich bisher unbekannte, Efeuart gepflanzt, die es an einer Stelle schon bis aufs Dach geschafft hatte. Im gesamten Garten waren u.a. Brombeer-Dornenhecken gesät worden, die Hecken waren (wie ich es aus Schöllbronn auch schon kannt, am Philodendron deutlich anhand der übergroßen Blätter) kräftig gedüngt worden sodaß der Garten komplett verwildert war.

Dass dieses Gebäude in meinem Besitz ist, ist reiner Zufall. Meine Mutter hatte es damals, da sie als siebenfache Mutter !! keinen Anspruch auf Rente hatte, für ihren Unterhalt im Alter eingeplant, wir Kinder waren nie scharf auf die Immobilien.


Damit diese Voll-Deppen, die sich da berufen fühlen, aber auch wissen was sie zerstören wollen, folgenden Artikel aus der Pirmasenser Zeitung von 2. Januar 1988:



Busenberger Schlößchen und gräfliche Bewohner


Das Schlößchen war nur etwa 15 Jahre lang gräflicher Besitz

(brg)* Busenberg. - Das – auch heute noch sogenannte – Busenberger Schlößchen wurde wohl im Jahr 1778 von Graf Christoph Eckbrecht von Dürkheim erbaut. Es besteht also nunmehr schon 210 Jahre. Dieser etwas „unrunde“ Geburtstag ließe sich wohl leicht nach oben aufrunden, denn man nimmt an, daß Graf Christoph ältere Bauteile in seinen Neubau mit einbezogen hat. Hervon liegen allerdings keine genauen Datierungen vor. Das Schlößchen war nur 15 Jahre lang, also bis 1793, Wohnsitz der gräflichen Familie.

Daß das kleine Busenberg gräfliche Einwohner hatte, hing mit dem Drachenfels zusammen. Die Burg befand sich samt den zugehörigen Dörfern seit ihrer Erbauung um das Jahr 1200 (sie ist erstmals 1219 urkundlich erwähnt) fast durchgehend im Besitz adliger Geschlechter. Zunächst sind da die Ritter vom Drachenfels zu nennen, die für die Burg Lehnsleute der Abtei Klingenmünster wurden. Sie verkauften jedoch den Besitz ab dem Jahr 1344 an die Grafen von Zweibrücken; nach deren Aussterben gelangte die Herrschaft an Zweibrücken-Bitsch.

Nach verschiedenen Verleihungen und Veräußerungen waren seit 1389 die Eckbrecht von Dürckheim ständige (und seit 1398 alleinige) Lehnsträger der Herrschaft. Der ohnehin schon kleine Besitz wurde dann im Jahr 1485 durch den Verkauf des Dorfes Erlenbach an die Herrschaft Berwartstein noch gemindert. Das Geschlecht derer von Dürckheim erhielt Anfang des 18. Jahrhunderts den Freiherren-Titel, und die Drachenfels-Busenberger-Linien wurde im Jahr 1754 zu Reichsgrafen. Von da an beschlossen sie wohl, sich etwas komforabler einzurichten und planten den Bau ihres Schlößchens im Dorf.

Im Jahr 1727 übrigens, als das Dorf etwa 250 katholische Einwohner und einige jüdische Familien zählte, bat der erste als solcher ausgebildete Lehrer des Dorfes, Matthias Thürwanger, den französischen König um einen Pfarrer für die Gemeinde. Diesem Gesuch war wohl noch nicht allzuviel Erfolg beschieden: Noch Ende des 18. Jahrhunderts unterschrieben die meisten Bürger bei Beurkundungen mit einem Kreuzchen, nur einige mit zwei Großbuchstaben.

Vom Drachenfels übrigens heißt es in einem alten Landsknechtslied:

Die Fürsten zugend weiter dann/
gen Trackenfels also genannt/
das haben sie verprennet/

Das war im Jahr 1523, als der Drachenfels eine Ganerbenburg war, deren einer Mitbesitzer Franz von Sickingen für reichlich Unruhe sorgte. Vom Busenberger Schlößchen erfahren wir an anderer Stelle.

Als das Wandern in Mode kam und nicht mehr nur die Fortbewegungsweise für die war, die sich kein Pferd und keine Kutsche leisten konnten, beschrieb ein anonymer Autor (vermutlich war es der Landschaftsmaler, Kupferstecher und Lithograph Friedrich Christian Reinermann) im Jahr 1820 eine „Wanderung durch das Thannerthal“ von Pirmasen bis Bad Bergzabern.

Hier heißt es: „Große merkwürdig gestaltete Felsenmassen und schöne Wälder ren da bey jeder neuen Wendung zu sehen. Ganz nahe kamen wir an den wohl erhaltenen Uerbleibseln des Schlosses Bussenberg vorbey, die, so wie ihre Lage in einem Wiesenthal, hinten wild bekränzt, gar anziehend sind. So kommt man durch den Ort Bussenberg. Das Thal endet erst mit dem Eingang des unfreundlichen Städtchens Bergzabern, wo man für die mancherley Anstrengungen das Tages keine Erholung findet“


*Den Autor (Kürzel: brg) kann ich leider nicht namentlich angeben, vielleicht kann ich ihn irgendwann noch nachliefern.

Hier noch ein echtes Bild der Frontansicht vom Gebäude, hinten geht noch wie damals bei Hofgebäuden üblich ein L-Flügel weg.:







Interessant ist noch, dass das Gebäude in den 60ern des letzten Jahrhunderts als Verwaltungsgebäude der benachbarten Strumpf-Fabrik genutzt wurde. Werner Uhlmann (oder auch hier) hatte in dieser Zeit international relevante Industrie und damit einen ganz ordentlich Wohlstand nach Busenberg gebracht. Leider hat er die nahtlose Version der damals begehrten Seidenstrümpfe verschlafen und so ging die Firma letztendlich pleite. Das war auch der Vorbesitzer, dem meine Eltern das komplette Anwesen nach längerem Leerstand abkauften.

Heute, ich war gerade dabei meine Treppe vor der Haustür in Schöllbronn zu reparieren, die man ebenfalls mutwillig, an der hinteren Ecke wohl mit einem großem Hammer, beschädigt hat, hatte ich gerade Besuch von Jemandem**, der mir anbot mein Dach zu versiegeln. In seinem Verhalten ein typischer Vertreter aus der Propellerfabrik. Ich vermute mal dass als nächstes mein Dach hier, das derzeit noch völlig intakt ist (bisher haben sie nur Undichtigkeiten am Dachfenster verursacht), beschädigt werden wird.

Vielleicht ist es abschreckend genug, wenn anonyme Fotos von ggf. als Handwerker getarnten Typen entstehen, die sich am Haus in meiner Abwesenheit zu schaffen machen. Ich könnte mir derzeit irgendwelche kommerziellen Aufträge gar nicht leisten.

Gruß Bernd Gnirß

PS: Unser Elternhaus ist direkt gegenüber, meine Eltern hatten es von einem Ehepaar erstanden, das später in Heidelberg lebte. Vermutlich war das ein Nazi-Nutznießer, da dieses Gebäude wohl vorm dritten Reich ein "Judenhaus" war. Ganz in der Nähe, im gleichen Carré steht übrigens auch ,meines Wissens, das einzige "erhaltene" Mikwe-Gebäude von ganz Deutschland. Als Kinder haben wir uns auf unseren allgemeinen Entdeckungstouren da drin sogar ein paar mal, völlig ahnungslos, rumgetrieben. Erklärt hat uns niemand, was dieses alte Häuschen bedeutet.




**PPS(30.09.2014): Ich glaub dem Mann tue Unrecht, das war wohl der Hinweis dass der Angriff auf mein Dach längst erfolgt ist. Ich blicke jetzt auch was bisher lief:

Schon gleich zu Beginn der Belästigungen beobachtete ich im Winter, dass sich links und recht der Haustür Eiszapfen zwischen Dachumrandung und Dachrinne bildeten (also nicht am äußeren, sondern inneren Rand der Dachrinne), ich vermutete damals dass da irgendwelche Düsen eingebaut wurden, die die Luft Vor Tür und Fenstern verpesten sollte. Heute hab ich geblickt was da läuft. Die Stellen sind unterhalb der Lüftungsrohre der Abwasserleitungen. Dort sind wahrscheinlich gezielt Undichtigkeiten eingebaut worden, aber aufgrund der Dachfolie ist das Wasser nicht im Haus sondern erst außerhalb der Mauern runtergekommen (ggf. später auch zwischen das zweischalige Mauerwerk, sollte wohl auch auf die Grundmauern wirken):.

Da das Haus aber eine extrem gute Drainäge hatte, war kein Effekt zu beobachten. Die oben geschilderte Sabotage der Fallrohre war dann der entscheidende Anschlag auf die Drainage. An den Stellen wo das Wasser in den Kies lief, hat man zusätzlich noch Grund eingebracht, sodass dieser die Drainage verstopfen sollte und wohl auch verstopft hat. Das erklärt, dass dann auch (zwar erst nach längerer Zeit) die Kellerwände feuchter wurden.

Zusätzlich hab ich immer mal wieder Moosteile auf der Haustreppe gefunden, damit haben sie Lüftungsziegeln und auch die Stellen mit den Abwasserentlüftungen zugebaut, sodaß dort mehr Wasser reinläuft.
Zusätzlich hat das Dach im hinteren Bereich massig weiße Flecken, die auf den ersten Blick wie dieses trockene Moos aussehen, aber beim wegbürsten mit der Drahtbürste merkt man dass es eine Substanz ist, die die Betonziegel angreift (wahrscheinlich mit Drohnen aufgebracht).
05.10.2014: Ich hab jetzt schon einiges von dem weißen Zeuge abgekratz, die Ziegel sind nicht wirklich angegriffen, aber mir scheint dass das das gleiche Zeugs ist, dass auch schon auf dem Rasen und den Hecken verteilt wurde, was einfach die Luft verpestet (weiß der Geier ob es auch gesundheitsschädlich ist).

Speziell die Eck- und Firstziegel sind damit stark verunreinigt und zusätzlich mit recht agressivem Mooszeug überhäuft. Ich kannte den Dachzustand eigentlich gut, da ich die Satellitenschüssel selber ein paar mal ummontiert hatte, da oben hat sich einiges Unerklärliches ereignet.

Das passt auch alles ganz gut zu der obigen Schilderung vom Schlössl.

PPPS(02.10.2014): Es ist nicht zu fassen:. Ich habe heute das Dach von außen geöffnet  und man blickt es erst auf den zweiten Blick. Die Wasserspuren an den Ziegeln zeigen, dass sich die Undichtigkeit unterhalb der Überdeckung der intakten Ziegel ergibt. Das weist darauf hin, dass mit elektromagnetischen Feldern das abfließende Wasser beeinflusst wird. Manche werden es kennen, wie man mit einem aufgeladenen Kamm einen feinen Wasserstrahl am Wasserhahn "verbiegen" kann, das Wasserion ist ein Dipol und deswegen mit elektromagnetischen Feldern beeinflussbar.

Es sind  wohl keine großen Mengen (deswegen haben sie auch die Lüftungsziegel mit Moos zugebaut), aber es reicht um Feuchtigkeit ins Haus zu bringen und die Atmosphäre für Schimmel zu schaffen. Ich habe großes Glück, weil zwischen Ziegel und Balken nochmal eine geschlossen Folie ist, die bisher das Wasser abgeleitet hat (das erklärt auch die Eiszapfen zwischen Dach und Dachrinne).

Irgenwann habe ich auch mal...eigentlich völlig unbegründet... alle Blitzableiterverbindungen zur Dachrinne gelöst, ich vermute ich wurde damals (über Brainprogramming) so programmiert. Das zeigt aber auch auf einen Ausweg aus der Misere. Metallische Gegenstände auf dem Dach beeinflussen und mindern die Wirkung dieser Felder (Kabel etc., vllt sogar labil oder veränderbar, dann müssen aufwendig drauf reagieren)..
Auch die Vermutung dass diese Sachen mittlerweile via Satellit kommen wird hiermit bestätigt. Wahnsinn, der Otto Normal wird das alles wohl kaum glauben.Und natürlich ist mir auch irgendwann eine Ziegel runtergefallen und zerbrochen. Sch....

P4S(14.10.2014): Die Sagen erzählen, dass es sogar einen unterirdischen Geheimgang vom Schlößl zum Drachenfels gab....er liegt Luftlinie so ca. 1500m entfernt. Tatsächlich ist im Keller eine Stelle, die ins Erdreich geht, aber der Gang, falls er existiert hat, ist nach 3 Metern verschüttet.

Bild vom Drachenfels:





P5S(27.10.2014): Am Dach habe ich mittlerweile noch eine neue Sabotage-Methode durchschaut: Sie verändern das Gefälle der Dachrinnen, sodass das Wasser nicht mehr komplett abfließt, sondern über Fentern und Türen sich eine Restmenge an Wasser befindet, was sich dort nach dem Regen tagelang hält (ggf. wird das auch wiederaufgefüllt). Mir fehlt derzeit die Kohle, das fachmännisch reparieren zu lassen, ich hab erstmal an den Stellen kleine Löcher reingebohrt, sodass die großen Mengen durch die Fallrohre abfließen und die Pfützen dann durch die kleinen Löcher abfließen.

Da sie meine Reaktionen genau beobachten, waren die Löchelchen natürlich immer gleich mal verstopft worden (muss man dann eben täglich im Auge haben).

Das Moos auf dem Dach hält auch erstaunlich viel Feuchtigkeit, an den Stellen wo es schon entfernt ist, trocknet das Dach ratzfatz im Gegensatz zu den Ecken wo sich noch Moos befindet, dort brauchen auch die nicht bedeckten Stellen ewig zum Trocknen.

Einen früheren Verdacht, dass mein Grundstück von unten bewässert wird, hat sich jetzt auch sichtbar bestätigt. Auf dem ganzen Gelände befinden sich neuerdings massenhaft so ca. 10 cm hohe Türmchen aus Erde, wie man sie von Regenwürmern kennt, die bei zu nassem Boden nach oben kommen (kann man auch im Eingangsbereich gut sehen). Trotz größerer Regenpausen ist das Gelände in den letzten Wochen sehr matschig, der Garagenboden brauchte nach kompletter Abdeckung mit Planen ewig zum abtrocknen.

Das ist wohl so eine Art Fracking-Technik, die sie da anwenden (die Einspeisestelle ist nicht weit weg in einem Keller). Wahrscheinlich ist das auch nicht nur Wasser, sondern auch chemisches Zeug, das die Atemluft verpesten soll. Das erklärt auch die fast ständige, völlige Windstille (in den letzten Wochen wieder ganz häufig, obwohl das Haus ganz oben auf dem Hügel steht). Dass sie das Wetter auch sehr lokal beeinflussen können, hab ich ja schon oft beobachtet.

Die Leute die solche Sachen betreiben, haben aus meiner Sicht jegliche Norm verloren, die sind wohl im vollen Wahn unterwegs. Da sollte eigentlich deren Umfeld (auch die meist ahnungslosen Ehefrauen) das Schlimmste verhindern.

Montag, 15. September 2014

Jeder Stern erbleiche




High Nicole,

ich verändere grad den Post von gestern, damit es eine Mail wird und somit in die Serie passt. Hoffentlich kriegst Du deswegen keinen "Huddel", wie wir Pfälzer sagen. Kürzlich musste eine Kassiererin im Supermarkt spontan, nur ganz leicht, grinsen als sie mich sah.... das hatte wohl heftige Konsequenzen. Beim nächsten Einkauf hat sie mich lieber erst mal gar nicht mehr angeschaut.

Ja, die sind mittlerweile ganz genau bei mir: Es darf gar niemand irgendwie positiv auf mich reagieren, sonst gibts Ärger.

Nun der Text von gestern:



Keiner schlafe! Keiner schlafe!
 

Auch du, Prinzessin schläfst nicht,
in deinen kalten Räumen
blickst auf die Sterne, die flimmern
von Liebe und Hoffnung träumen!

Doch mein Geheimnis wahrt mein Mund,
den Namen tu' ich keinem kund!
Nein, nein, auf deinen Lippen sag ich ihn,
sobald die Sonne scheinen wird!

Mein Kuss allein soll dieses Schweigen lösen,
durch das du mein wirst!

Wenn niemand seinen Namen weiß,
dann müssen wir den Tod erleiden!


Die Nacht entweiche, jeder Stern erbleiche!
Jeder Sterne erbleiche, damit der Tag ersteh
und mit ihm mein Sieg!


Der "Hit" aus Pucchinis Oper "Turandot" ist, nicht zuletzt durch Paul Potts großartige Interpretation, sehr bekannt geworden. Aber die ganze Oper ist fanstastisch, viele tolle Chöre und diesen wunderschönen asiatischen Einschlag bei den Melodien. Die folgende Arie ist auch aus dieser Oper:

Signore Ascolta




Gleich danach kommt dann das grandiose Ende vom ersten Akt:





Gruß Bernd

Sonntag, 17. August 2014

Stalingrad




Ahn der Vringspooz triffsten,
met singe Kumpels un dä Mammutfläsch Lambrusco.
Op dä Plastiktüüt met singe paar Klamotte steiht: »Eduscho«.
Jo, dä Jupp trick jraad sing Sejel huh,
un er nimmp dich met,
jedenfalls meint er et
un er verzällt sich fruh.

Om Projramm steht Weltreis,
wie jeden Daach verzällte,
wat ihm wo passiert ess.

Kokosnöss un Packeis
un wie er övver dä Aquator balanciert ess.
Un övverhaup, die dausend Fraue die?e kannt
un die Messerstecherei,
sick der dä Duhme fählt,
ahn singer räächte Hand.

Un eez en Katmandu,
wo er met zwei Yetis Skat jeklopp hätt.
Et woot manche Nejer blaß,
vun dämm,
wat unsere Jupp och jeistig alles drop hätt.

Un dann die Wahnsinns-Zick als Robinson.
En singer eijene Welt,
janz ob sich selvs jestellt.
Oh Mann, wer kann dat schon?

Jupp verzällt vum Joldrausch
un wie er Twist jedanz hätt met ner Cobra,
vun 'nem karierte Zebra,
dä blonde Fee uss Peking, namens Lola.

Nur vun Stalingraad, verzällt er nie.
»Wo litt dann Stalingrad,
en welchem Land ess dat?»
« Stalingrad pack`e nie, irjendwie.

Übersetzung von Link

An der "Vringspooz" (Severinstor) triffst du ihn
mit seinen Kumpeln und der Mammutflasche Lambrusco.
Auf der Plastiktüte mit seinen paar Klamotten steht "Eduscho".
Ja, der Jupp zieht gerade seine Segel hoch,
und er nimmt dich mit,
jedenfalls meint er es,
und er erzählt sich froh.

Auf dem Programm steht Weltreise -
wie jeden Tag erzählt er, was ihm wo passiert ist.
Kokosnüsse und Packeis...
und wie er über den Äquator balanciert ist.
Und überhaupt die tausend Frauen, die er kannte,
und die Messerstecherei,
seit der der Daumen fehlt an seiner rechten Hand.

Und erst in Katmandu,
wo er mit zwei Yetis Skat geklopft hat.
Es wurde mancher Neger blaß,
von dem, was unser Jupp, auch geistig,
alles drauf hat.

Und dann die Wahnsinnszeit
als Robinson, in seiner eigenen Welt,
ganz auf sich selbst gestellt
oh Mann, wer kann das schon?

Jupp erzählt vom Goldrausch,
und wie er Twist getanzt hat mit einer Kobra,
von einem karierten Zebra,
der blonden Fee aus Peking namens Lola.

Nur von Stalingrad erzählt er nie.
Wo liegt denn Stalingrad?
In welchem Land ist das?
Stalingrad packt er nie, irgendwie.

Eins der Lieder, die ich am meisten mag von BAP, die Musik passt arg gut zum Text und das schöne, im Video ganz andächtig gespielte, Gitarrensolo hat sogar was Heilendes, wie ich finde.


Hallo Herr Meyer,

ein schönes Beispiel für einen Menschen, der seine, wahrscheinlich idiologisch angeheizten, schlimmen Taten und Geheimnisse nie beichten konnte und so wohl mit einer tonnenschweren Last durchs Leben ging.

Ich hab vor einiger Zeit mal mit meiner Schwester, sie ist eine sehr erfahrene Psychotherapeutin mit voller Medizinausbildung, diskutiert, ob es nach Traumata nicht das Wichtigste ist, dass die Menschen irgendwann erzählen können um sich zu erleichtern.

Für mich erstaunlicherweise, plädierte sie eher für den Weg die Sachen im "begrabenen Zustand" zu lassen und die Menschen nicht zu überfordern.* Sie hat ganz klar mehr Background und Erfahrung in diesem Fach als ich, aber trotzdem will es mir nicht in die Birne. Also Vorsicht, alles was jetzt kommt ist nur Laienpsychologie.


Für mich sieht es so aus, dass der Mensch zur Verdrängung fähig ist und dieses ihm auch hilft, die ganz harten Schicksalsschläge überhaupt erst einmal zu überleben.

Aber gleichzeitig denke ich, dass es nicht gesund ist die Sachen ewig zu verstecken, man sollte sie wohl besser portionsweise wieder rausholen und in Gesprächen mit den nächsten, wertvollen Menschen die man so hat, teilen und damit verarbeiten.

Das Tückische ist, dass man diese Schandflecken auch vor sich selber so gut versteckt, dass man sie nur ganz schwer und nur mit einer brutalen Ehrlichkeit mit sich selber wieder finden kann. Eine einzige Verharmlosung, Kleinmacherei der Geschichten bis hin, bei ganz schwierigen Fällen, zum echten Vergessen läuft da in unserer Birne ab.

Für mich steht aber ganz klar fest:

Geheimnisse machen auf Dauer krank.

Ich hatte ja hier schon mal erzählt, wie es mich tagelang erleichtert hat, vermeintliche Schandflecken einfach im persönlichen Umfeld zu erzählen. Wenn man nichts mehr zu verstecken hat, fördert dies vor allem die Authentizität, damit die Echtheit und Spontaneität im Umgang mit anderen Menschen.

Ich bin überzeugt, dass dieses künstliche Lachen, welches mich sogar von diesen Leuten fernhielt, ganz einfach auch ein Krankheitssymptom ist. Gerade auch das Schweigegelübde macht krank. Isso.


Das bedeutet aber auch immer, dass man Menschen durch unbegründete gesellschaftliche Tabus (z.B. Homosexualität, Frauenbeziehungen von Priestern, uvam), wenn sie ihr Coming-Out nicht schaffen, in diesem krankmachenden Zustand einsperrt.

Grüße Bernd Gnirß


PS: In der Ostukraine, wiederum ideologisch aufgeheizt (sie reden von "Untermenschen") verletzen aktuell auch wieder Menschen ihre Seele, so dass sie wohl ein Leben lang mit diesen tonnenschweren Gewichten rumlaufen müssen.







PPS: Markus 9:43-48: Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.

So mancher wird denken, was meint Jesus jetzt plötzlich, ruft der radikal Gewaltlose plötzlich zur Selbstzerstümmelung auf?
Nein, die Antwort ist ganz einfach dass er die Menschen davor warnen will, dass seelische Verletzungen tausend mal stärker schmerzen werden als alle körperlichen. Das wird nicht jeder wissen, aber Menschen mit Traumata oder Depressionen können davon berichten.

*PPPS: Sie hat aber auch berichtet, dass es an dieser Stelle in Fachkreisen sehr unterschiedliche Standpunkte gibt.

P4S(18.08.2014): Mich hatte auch eine (leichte, wie ich mittlerweile aus Vergleichen erkennen kann) Depression erwischt, ich dachte damals ich müsse gegen meine Überzeugungen handeln. Als ich meinen Entschluß ("ich mach den Laden platt") getroffen hatte, ging es mir schlagartig wieder gut, alles Körperliche seither war ein Klacks gegen die leichten seelischen Leiden, die ich durchlitten hatte.

Die Menschen mit Schweigegelübde und ständiger Mindcontrol haben hier ein Problem, weil sie sich in Lebensgefahr begeben würden. Ich würde die Flucht nach vorne vorschlagen, alle revolutionären Vorhaben als Verbesserung innerhalb des Systems in Richtung Weltherrschaft 2.0 verkaufen.